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Auction 118:

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  Auction 118
 


 
118-164

(Rüxner,G.).


Estimate: 15.000,00 €

 
Anfang: ursprung: unnd herkom(m)en des Thurnirs in Teutscher Nation. Simmern, H. Rodler, 31. Okt. 1530. Fol. Folio (332x215 mm). [8], CCCCII, [6] ll. (Index und Kolophon, letztes Blatt). Mit 366 Textholzschnitten (inkl. Wiederholungen), davon 242 mit Wappen (zwei ganzseitig) und 42 Textholzschnitten, einer Falttafel und Druckereinrichtung am Ende. Deutsches blindgeprägtes Schweinsleder über Holzdeckeln.  
 
Bonnemarin, Rodler, No. 1; BM, German Books 760; Muther 1783; vgl. Murray 373 (2. Ausg. v. 1532 mit den gleichen Holzschn.). - Sehr seltene erste Ausgabe des berühmten Turnlerbuches, zugl. der 1. von nur 10 bekannten Drucken des einzigen Simmerner Druckers im 16. Jahrhundert. - Die seltene Erstausgabe. Das Thurnierbuch wurde von dem kaiserlichen Herold Georg Rüxner (oder Rixner) verfasst, wahrscheinlich im Auftrag seines Dienstherrn, Johann II. von Simmern (1492-1557), Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern und Graf von Sponheim, umgangssprachlich Herzog "Hans vom Hunsrück" genannt. Das Werk enthält eine ausführliche Beschreibung der 36 Turniere, die in Deutschland und der Schweiz zwischen der Regierungszeit Heinrichs des Kühnen im zehnten Jahrhundert und 1487 stattfanden, mit einem Vorwort über die Ursprünge der Turniere. Die Beschreibung jedes Turniers wird begleitet von einer Liste der Teilnehmer, dem Wappen der Stadt, in der das Turnier stattfand, des Fürsten, der es ausrief, und der vier Turnierbeamten. Man geht heute davon aus, dass die ersten 14 Turniere fiktiv sind und eher dem Zweck dienen, die ausschließliche Teilnahmeberechtigung von Adeligen gegen etwaige Ansprüche von Untitulierten zu sichern. Rüxners Werk wurde auch als eine Art frühneuzeitliches genealogisches Handbuch des Adels sehr geschätzt und diente vor allem als Quelle in Sebastian Münsters Kosmographie. Der Herzog, der als Mäzen bekannt war und im ganzen Reich als Ideal eines Herrschers galt, richtete in seinem Schloss eine Druckerei ein, die von 1530 bis 1535 von seinem Sekretär Hieronymus Rodler betrieben wurde. Von den zehn in Simmern verlegten Büchern verließ Rüxners Thurnierbuch als erstes am 31. Oktober 1530 die Presse. Es wurde nur in einer kleinen Auflage gedruckt, fiel aber sowohl durch die Verwendung der schönen Theuerdank-Schrift als auch durch die üppige Illustration auf. Rüxner traf offensichtlich den Geschmack des Publikums, denn 1532 und 1533 veröffentlichte Rodler zwei Nachdrucke, die textlich identisch mit der Erstausgabe waren, aber durch eine kleinere Schrift (Neudörffer-Andreä Fraktur) und weniger Wiederholungen der Holzschnitte weniger umfangreich ausfielen. Es war populärer als jedes andere Werk zum Thema und wurde 1566, 1578 und erneut 1579 nachgedruckt, mit neuen Holzschnitten des Schweizer Künstlers Jost Amman. Die Illustration besteht aus einem Klappholzschnitt eines Turniers und zahlreichen weiteren Holzschnitten, die Turniere, Zeremonien, Bankette, Feste und Wappen darstellen. Elsbeth Bonnemann vermutet, dass die Holzschnitte vom Auftraggeber der Ausgabe, Herzog Johann selbst, angefertigt wurden, möglicherweise unter der Leitung des Malers und Holzschnittkünstlers Conrad Faber von Kreuznach (ca. 1500-1553), von dem bekannt ist, dass er in seinen frühen Jahren als Illustrator für Peter Schöffer in Mainz tätig war. Das Monogramm HH auf dem Holzschnitt mit dem Wappen Kaiser Karls V. (verso des Titels) und die Inschrift auf der Banderole des Blattes [8]v sind nach Bonnemann als "Herzog Hans" zu lesen, also Herzog Johannes. Der Einband wird der Werkstatt von Hans Rietzsch aus Zwickau (Haebler 370.2) zugeschrieben, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Würzburg tätig war. - Provenienz: Wolfgang Hartmann von Dalberg (um 1580-1654) und sein Bruder Johannes, Inschrift auf dem Titel. - Georg Kloss (1787-1854), mit seinem Exlibris. Kloss, ein Frankfurter Arzt, sammelte eine feine Sammlung von frühen gedruckten Büchern, die viele Bände enthielt, die Melanchthon gehörten; dies ist Nr. 4492 seiner Versteigerung bei Sotheby's im Jahr 1835. - The rare first edition. The Thurnierbuch was written by the imperial herald Georg Rüxner (or Rixner), probably at the behest of his employer, John II of Simmern (1492-1557), Count Palatine of the Rhine, Duke of Bavaria, and Count of Sponheim, colloquially called duke 'Hans vom Hunsrück'. The work contains a detailed description of the 36 tournaments held in Germany and Switzerland between the reigns of Henry the Fowler in the tenth century and 1487, with a preface about the origins of tournaments. With 366 woodcuts in the text, 1 folding plate and printer's device. Blindstamped pigskin over wood.
 
(Rüxner,G.). | Bild Nr.1(Rüxner,G.). | Bild Nr.2(Rüxner,G.). | Bild Nr.3(Rüxner,G.). | Bild Nr.4

(Rüxner,G.). | Bild Nr.1

(Rüxner,G.). | Bild Nr.2

(Rüxner,G.). | Bild Nr.3

(Rüxner,G.). | Bild Nr.4

Estimate:
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