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142-273

Mela, Pomponius.


 
Libri de situ orbis tres, adiectis Ioachimi Vadiani Heluetii in eosdem Scholiis: Addita quoq: in Geographia(m) Catechesi: & Epistola Vadiani ad Agricola(m) digna lectu. Cum Indice summatim omnia complectete. Wien, Johann Singriener für Lukas Alantsee 1518. Fol. Mit Holzschn.-Titelbordüre, Druckermarke u. zahlr. Initialen. 23 nn., 132 (recte 133) num., 1 nn. Bl. Brauner Ldr. d. Zt. mit Blindpräg. (Schließbänder fehlen, best. u. berieb., Rckn. läd., tls. wurmspurig).  
 
Alden-Landis 518/6. Sabin 63956. Borba de Moraes II, 683. JCB I, 71. Schweiger II, 607. VD16 M 2310. - Eine der gesuchtesten frühen Ausgaben des bekannten Werkes "De situ orbis" des Pomponius Mela, der an den Höfen von Caligula und Claudius tätig war. Sein geographisches Werk bringt die frühesten Erwähnungen der Baltischen See (Sinus Codanus) und der Orkney-Inseln (Orcades) vor der schottischen Küste. Diese Ausgabe wird aber vor allen Dingen deswegen gesucht, weil sie einen Brief des Herausgebers Joachim von Watt (Vadianus) an den Schweizer Humanisten Rudolf Agricola im Druck bringt, in dem dieser den Vorschlag von Martin Waldseemüller unterstützt, den von Kolumbus neu entdeckten Kontinent nach Amerigo Vespucci "Amerika" zu nennen. Auf Blatt 124v liest man: "ex recentior(um) inquisitione, si Americam a Vesputio repertam,...". Kolumbus wird in diesem Brief übrigens nicht erwähnt. Die Beziehung Amerikas zu dem kosmographischen Konzept der Antipoden, wie es beispielsweise bei klassischen Schriftstellern wie Macrobius oder Cicero zu finden ist, wird ebenso in dem Brief diskutiert, wie eine Reihe spanischer und portugiesischer Entdeckungen. Joachim von Watt, der ein außergewöhnlicher Schweizer Gelehrter war und dessen Bibliothek noch heute in St. Gallen aufbewahrt wird, unterrichtete an der Universität Wien. Sein Nachfolger am Lehrstuhl in Wien war Philipp Gundel, vom dem auch eine Widmung in den Vorstücken abgedruckt ist. Der Druck Singrieners, der zu dieser Zeit unbestritten der beste Drucker Wiens war, ist von schlichter Schönheit. Die breite Titelbordüre, aus 11 kleinen Holzschnitten zusammengesetzt, zeigt Apollo, Dionysus und die neun Musen mit Instrumenten. Apponyi meint dazu, daß sie würdig wäre, den schönsten Holbein-Kompositionen an die Seite gestellt zu werden. Am Ende findet sich die prachtvolle große Druckermarke des Lukas Alantsee. - Titelbl. unterlegt, Bl. 51 u. le. nn. Bl. tls. überklebt (ohne Textverstlust), gebräunt u. fleckig, stellenweise wasserrandig, tls. wurmspurig. Mit hs. Eintragung a.V.
 
Mela, Pomponius. | Bild Nr.1

Mela, Pomponius. | Bild Nr.1

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findet von 8.-10. Juli 2026 statt



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