78-2549
Lavater,J.C.
Bild Nr.: 78-2549 Lavater,J.C.: (Literatur und illustrierte Bücher bis 19.Jahrhundert)

Physiognomische Fragmente, zur, Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. 4 Bände. Leipzig und Winterthur, Weidmanns Erben und Reich, H.Steiner & Compagnie 1775-1778. Gr.4°. Mit 4 Titelvignetten, 343 Kupfertafeln und 488 Kupfern im Text von Chodowiecki, Lips, Berger, Schellenberg, Bullinger, Crusius, Fueßli, Hegi, Heß, Holzhalb, Nußbiegel, Pfenninger, Tyroff, Verelst u. a. Schöne Ganzlederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschildern.

Goed. IV 1, 262, 31. - Schulte-Strathaus S. 106, 77 a. Rümann 603. Lanckoronska-Oehler II, 222. - Erste Ausgabe. - Das große anthropologische Hauptwerk von Lavater galt bereits bei Erscheinen als eine besonders kostbare Publikation. Es wurde nur in 750 Exemplaren bei Dürre in Leipzig gedruckt. - Lavater stützte sich einerseits in seinem Bemüben, aus Gesicht und Gebärdeden Charakter eines Menschen zu erschließen auf die Bibelstelle: "Gott schuf den Menschen sich zum Bilde", andererseits auf den Grundsatz: "Was in der Seele vorgeht, hat seinen Ausdruck im Angesicht". Er konzentrierte sich vorwiegend auf die Gesicbtsbildung und zielte im engeren Sinn auf eine Temperamentenphysiognomie ab. Herder, Lenz, Jacobi und Goethe bekannten sich zu Lavaters physiognomischen Grundideen. Goethe, dessen Studien weitgehend von ihnen beeinflußt waren, besorgte die Druckleitung und steuerte auch selbst einige Beiträge bei. Scharfe Kritik übte Nicolai und der körperlich, mißgestaltete Lichtenberg schoß giftige Pfeile gegen die "transzendente Ventriloquenz" der Lavater-Anhänger. ╔Abbildung siehe Tafelseiten╗


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