Franck,S.
Von dem grewlichen laster der trunckenheit so in disen letsten zeiten erst schier mit den frantzosen auffkomen, Was füllerey, sauffen vnd zutrincken, für jamer vnd vnrath, Schaden der seel vnd des leybs, auch armut vnd schedlich not anricht. vnd mit sich bringt... (Augsburg, Heinrich Steiner) 1531. Mit Titelholzschn. v. u. zahlr. Holzschn.-Initialen. 32 nn. Bl. Pbd. (Etw. berieb.).
VD 16 F 2145 - Francks Compendium wider die Trunksucht - möglicherweise ist es seine erste Schrift und entstand um die Zeit seiner Nürnberger Heirat mit der Schwester von Hans Sebald und Barthel Beham - behandelt den Gegenstand von allen denkbaren theologischen, psychologischen, sozialen und moralischen Gesichtspunkten, wobei namentlich die psychologischen und sozialen Beobachtungen wegen ihrer Lebensnähe und Konkretheit lesenswert sind. Berühmt ist die Schrift zudem wegen ihrer Sprache, die voll von gemeinsprachlichen Ausdrücken, Redensarten und Sprichwörtern ist ohne nur an irgend einer Stelle derb oder gar vulgär zu werden. Wie sehr Francks Kulturpessimismus und seine Erwartung der letzten Tage schon hier entwickelt ist, verdeutlicht das abschließende Kapitel "Wie das zusauffen / fressen vnd trincken / ein gewiß zeychen sey vor dem jungsten tag". Gegen Ende heißt es da: "Idi geschweyg das fast in disen 100 jaren buchtrucken / büchsengiessen / alle scharpffen spitzigen kunst / gotslesterung / sauffen / fressen mord / vnkeuscheit / ja alle sünd vnd schand so gar ist auff kommen das kein schand vnd sünd mer ist / dann das wee thut". - St.verso Tit., ausgefranst, hinten etw. wasserrandig, tit. unterlegt, vorne kl. wurmlöcher, kein Textverlust.
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