57-7400
Bertrand,L.
Bild Nr.: 57-7400 Bertrand,L.: (Verschiedene Gebiete - Varia, Mathematik)

Developpement nouveau de la partie elementaire des mathematiques, prise dans toute son etendue. 2 Bde. Genf, Selbstvlg. u. bei I.Bardin 1778. 4°. Mit 2 (wiederh.) gest. Titelvign. u. 19 Kupfertafeln. 2 Bl., XXXII, 676 S.; 1 Bl., 646 S. Mod. Hprgtbde. mit hs. Rtit.

Cantor, Geschichte der Mathematik IV, 332 (sehr ausführlich!). Fueter, Geschichte der exakten Wissenschaften... S. 183. Wolf, Biographien I, 416ff. - Erste Ausgabe; Privatdruck, den der Verfasser aus eigener Tasche bezahlen mußte. Auf kräftigem Büttenpapier gedruckt; sehr frisches und sauberes Ex., völlig unbeschnitten und sehr breitrandig. - Louis Bertrand (1731-1812) konkurrierte schon im Alter von einundzwanzig Jahren mit Trembley und Louis Necker um die Professur der Mathematik in Genf. Er unterlag seinerzeit Trembley und ging nach Berlin, wo er als Schüler in Eulers Haus eintrat - als Freund und durch seine Aufnahme in die Berliner Akademie im Jahre 1754 sogar als Kollege herausging. Nach Reisen in Holland und England erhielt er dann noch die gewünschte Professur der Mathematik in Genf. Neben d`Alembert beschäftigten sich seinerzeit viele andere Gelehrte mit der Vervollkommnung der Geometrie. Hier ragt besonders Louis Bertrand heraus, der mit seinem "Developpement nouveau de la partie elementaire des mathematiques" einen wertvollen Beitrag zur elementaren Geometrie lieferte, indem er nach Rousseauschen Grundsätzen versuchte, aus der Fiktion, dass ein Jäger, der einen Dammhirsch mit seinem Bogen erlegt habe und nun wissen wollte, in welcher Distanz er sein Wild erfolgreich getroffen hätte, die ganze Geometrie abzuleiten. Den ersten Band der Arithmetik und der Algebra bestimmend, widmet er den größten Teil des zweiten Bandes den Elementen der Geometrie. Bertrands Schrift ist eines der inhaltsreichsten und tiefsinnigsten Werke in der elementaren Mathematik im allgemeinen und der Geometrie im besonderen. In nur sehr geringer Auflage auf eigene (im übrigen sehr hohe) Kosten gedruckt, fand es leider nur eine kleine Verbreitung. Trotzdem blieb es nicht ohne wesentliche Wirkung auf die nachfolgenden Generationen von Mathematikern. Besonders Lacroix weist auf die Bedeutung Bertrands hin und ermuntert seine Leser, die Prinzipien der Analysis und Elementargeometrie bei Bertrand nachzulesen; er selbst verdanke diesem Werk sehr viel.


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