Gall,F.J.
Lehre über die Verrichtungen des Gehirns, nach dessen zu Dresden gehaltenen Vorlesungen in einer faßlichen Ordnung mit gewissenhafter Treue dargestellt von einem unbefangenen Zuhörer (d.i. K.A.Blöde). Drsdn., Arnold 1805. Mit 1 mehrf. gefalt. Kupfertaf. XVI, 152 S. Mod. Pbd. (Leicht berieb.).
Engelmann 184. Vgl. zu Gall: NDB VI, 42, Erste Ausgabe dieser Bearbeitung. - Der Arzt und Hirnforscher Franz Joseph Gall (1758-1828) entwickelte eine eigene Lehre, die im Grundprinzip Lavaters Physiognomie vergleichbar ist: er versuchte, aus der Schädelform Rückschlüsse auf Charakter und Anlagen zu ziehen. Gall war stets sehr umstritten, aber sein Einfluß auf seine Zeitgenossen Hufeland, Goethe, George Sand etc. war außerordentlich. "Die neue Lehre wurde allgemeiner bekannt durch Privatvorlesungen, welche G. von 1786 an darüber in Wien hielt... Die Vorlesungen wurden durch ein eigenes Handschreiben des Kaisers vom 24. December 1801 als religionsgefährlich verboten und trotz allseitig günstiger Berichte nur in beschränkter Weise wieder gestattet" (Hirsch-H. II, 669). - Stark stockfleckig, St.a.T., Vors. erneuert.
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